Wackersdorf

aus sub-bavaria, dem Internet-Lexikon der bayerischen Subkulturen
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Wackersdorf gilt heute als Synonym für zivilen Ungehorsam, das das Klischee der Oberpfalz als Heimat maulfauler und gottergebener Hinterwäldler widerlegt.

Diesen Ruf bescherten der 5000-Seelen-Gemeinde v.a. die jahrelangen Demonstrationen Mitte der 80er gegen den Bau der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) im nahegelegenen Taxöldner Forst. Die bayerische Keimzelle des kreativen Corssover-Widerstandes, bei dem Bauern, Autonome, Hippies und Familien protestierten, erlebte einen ihrer Höhepunkte am 26. Und 27. Juli 1986: Damals kamen zum Benefiz-Open-Air des Jugendzentrums Burglengenfeld 100 000 Menschen. Sie wurden angelockt von Musikern wie Rio Reiser, Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer. Das sogenannte 5. Anti-WAAhnsinns-Festival in der Oberpfalz wurde so zum damals größten Open Air Deutschlands. Dieser Spirit des “Gemeinsam sind wir stark” lebt heute zum Beispiel noch fort im Kunstverein GRAZ in Regensburg und ist für den Maler und GRAZ-Mitinitiator Jürgen Huber, WAA-Gegner der ersten Stunde, ein Erbe von Wackersdorf:

"Wackersdorf hat die Leute sozusagen zusammengeführt. Da war ein übergeordnetes, gemeinsames Interesse und da haben all die, denen Freiheit oder die eigenen Kreativität, die individuelle Ausformung wichtig war, die haben sich dort unter diesem übergeordneten Thema getroffen (...) also da hat man sich ausgetauscht."

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