Schwarzer Hahn (Landshut): Unterschied zwischen den Versionen

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Im März 1975 vom Wirte-Trio Franz 'Schwuppo' Schmid, Walter 'Kelly' Baumann und Karin Schmid eröffnete Landshuter "Szene"-Kneipe, in der bei bestimmten (turnusmäßig wechselnden) Schankwirten ausschließlich Free Jazz gespielt wird.
 
Im März 1975 vom Wirte-Trio Franz 'Schwuppo' Schmid, Walter 'Kelly' Baumann und Karin Schmid eröffnete Landshuter "Szene"-Kneipe, in der bei bestimmten (turnusmäßig wechselnden) Schankwirten ausschließlich Free Jazz gespielt wird.
  
Wirt [[Kelly Baumann]], letztes Relikt der Gründerjahre-Urbesetzung, begründet dies gerne damit, dass sich in den 1970ern abwechselnd Doors- und Black-Sabbath-Fans beschwerten, wenn Musik von der Konkurrenz gespielt wurde und er eines Tages beschloss, nur noch Musik zu spielen, bei der sich alle Gäste beschweren. "Des wissn die meisten gar ned", ist aber ein nettes Anekdoterl. Wem's vom Jazz-Gebläse zuviel wird, der kann sich sein Glas schnappen und im Programmkino [[Kinoptikum]] gleich nebenan entspannen. Gäste von auswärts und heimkehrende Exil-Landshuter zeigen sich regelmäßig baff erstaunt über die 'Innenarchitektur', die sich als Zeitfenster der 70er Jahre seit 30 Jahren nahezu unverändert rudimental handgezimmert präsentiert. Die Exponate reichen vom rustikal schweinsledernen Dreisitzer bis zur neo-finnischen Saunabank, der Nebenraum präsentiert sich im angesagten Retro-Chic mit aseptischen, an ALNO-Küchen gemahnenden Wandverkleidungen, über die sich inzwischen gnädig die Patina hunderttausender gerauchter Zigaretten gelegt hat. Nicht versäumen sollte man einen Abstecher in die Toiletten-Installation, die gemeinhin als olfaktorisches Schmankerl gilt und als Graffiti-Gesamtkunstwerk weit über die Grenzen der Stadt bekannt ist. Der Schwarze Hahn wird der Überlieferung nach von Stammgästen bisweilen als "Prallhalla" oder "Nightmare on Helm Street" bezeichnet, das benachbarte "Altstadt-Stüberl", eine free-jazz-freie Chill-Lounge, hingegen als "Weisser Hahn". Das allgemeine Rauchverbot in dieser zu 99,5% von passionierten Rauchern frequentierten Kultkneipe wird derzeit in Form eines Rauchclubs namens Übersee umgangen, der in kürzester Zeit einige hundert, mehr oder weniger zwangsrekutierte, Mitglieder fand.
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Wirt [[Kelly Baumann]], letztes Relikt der Gründerjahre-Urbesetzung, begründet dies gerne damit, dass sich in den 1970ern abwechselnd Doors- und Black-Sabbath-Fans beschwerten, wenn Musik von der Konkurrenz gespielt wurde und er eines Tages beschloss, nur noch Musik zu spielen, bei der sich alle Gäste beschweren. "Des wissn die meisten gar ned", ist aber ein nettes Anekdoterl. Wem's vom Jazz-Gebläse zuviel wird, der kann sich sein Glas schnappen und im Programmkino [[Kinoptikum]] gleich nebenan entspannen. Gäste von auswärts und heimkehrende Exil-Landshuter zeigen sich regelmäßig baff erstaunt über die 'Innenarchitektur', die sich als Zeitfenster der 70er Jahre seit 30 Jahren nahezu unverändert rudimental handgezimmert präsentiert. Die Exponate reichen vom rustikal schweinsledernen Dreisitzer bis zur neo-finnischen Saunabank, der Nebenraum präsentiert sich im angesagten Retro-Chic mit aseptischen, an ALNO-Küchen gemahnenden Wandverkleidungen, über die sich inzwischen gnädig die Patina hunderttausender gerauchter Zigaretten gelegt hat. Nicht versäumen sollte man einen Abstecher in die Toiletten-Installation, die gemeinhin als olfaktorisches Schmankerl gilt und als Graffiti-Gesamtkunstwerk weit über die Grenzen der Stadt bekannt ist. Der Schwarze Hahn wird der Überlieferung nach von Stammgästen bisweilen als "Prallhalla" oder "Nightmare on Helm Street" bezeichnet, das benachbarte "Altstadt-Stüberl", eine free-jazz-freie Chill-Lounge, hingegen als "Weisser Hahn". Das absolute Rauchverbot in der 35 Jahre lang zu 97,5 % von passionierten Rauchern frequentierten Kultkneipe ist als Fanal eines sinnentleerten, totalitären Reglementierungswahns beispielhaft.  
  
 
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Version vom 7. Februar 2011, 14:51 Uhr

Im März 1975 vom Wirte-Trio Franz 'Schwuppo' Schmid, Walter 'Kelly' Baumann und Karin Schmid eröffnete Landshuter "Szene"-Kneipe, in der bei bestimmten (turnusmäßig wechselnden) Schankwirten ausschließlich Free Jazz gespielt wird.

Wirt Kelly Baumann, letztes Relikt der Gründerjahre-Urbesetzung, begründet dies gerne damit, dass sich in den 1970ern abwechselnd Doors- und Black-Sabbath-Fans beschwerten, wenn Musik von der Konkurrenz gespielt wurde und er eines Tages beschloss, nur noch Musik zu spielen, bei der sich alle Gäste beschweren. "Des wissn die meisten gar ned", ist aber ein nettes Anekdoterl. Wem's vom Jazz-Gebläse zuviel wird, der kann sich sein Glas schnappen und im Programmkino Kinoptikum gleich nebenan entspannen. Gäste von auswärts und heimkehrende Exil-Landshuter zeigen sich regelmäßig baff erstaunt über die 'Innenarchitektur', die sich als Zeitfenster der 70er Jahre seit 30 Jahren nahezu unverändert rudimental handgezimmert präsentiert. Die Exponate reichen vom rustikal schweinsledernen Dreisitzer bis zur neo-finnischen Saunabank, der Nebenraum präsentiert sich im angesagten Retro-Chic mit aseptischen, an ALNO-Küchen gemahnenden Wandverkleidungen, über die sich inzwischen gnädig die Patina hunderttausender gerauchter Zigaretten gelegt hat. Nicht versäumen sollte man einen Abstecher in die Toiletten-Installation, die gemeinhin als olfaktorisches Schmankerl gilt und als Graffiti-Gesamtkunstwerk weit über die Grenzen der Stadt bekannt ist. Der Schwarze Hahn wird der Überlieferung nach von Stammgästen bisweilen als "Prallhalla" oder "Nightmare on Helm Street" bezeichnet, das benachbarte "Altstadt-Stüberl", eine free-jazz-freie Chill-Lounge, hingegen als "Weisser Hahn". Das absolute Rauchverbot in der 35 Jahre lang zu 97,5 % von passionierten Rauchern frequentierten Kultkneipe ist als Fanal eines sinnentleerten, totalitären Reglementierungswahns beispielhaft.

Trivia

Der Wirt Kelly Baumann

"Kelly Baumann, Wirt, Weintrödler, Savant und Alltagsphilosoph. Vorstand des Landshuter Wirteverbands "Die Lokalpatrioten", Initiator und Mitorganisator des Landshuter Straßenfests. Einige Besucher des Schwarzen Hahns nennen ihn Meister, genauere Gründe hierfür sind nicht bekannt. Kelly eröffnet Anekdoten aus Historie, (Lokal-)Politik oder einfach nur dem Leben gerne mit "Des wissn die meistn gar ned ...". Die Idee, diese Anekdoten in einer täglichen, gleichnamigen 5-minütigen TV-Glosse beim lokalen Fernsehsender RFL einzubringen, soll er aus Bescheidenheit abgeschlagen haben. Diskussionen über z.B. Freejazz oder Weine sollte man nur führen, wenn das eigene Halbwissen ungefähr auf Augenhöhe des Meisters rangiert."