Kategorie:Tiki

aus sub-bavaria, dem Internet-Lexikon der bayerischen Subkulturen
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Der Begriff Tiki entstammt den Sprachen verschiedener Völker des Südseeraums und bedeutet soviel wie "Mann", "Mensch" oder auch "erster Mensch".

Allgemeine Begriffsbeschreibung

Tikis stellen zumeist aus Palmholz geschnitzte, aber zum Teil auch in Stein gehauene Ahnenfiguren dar, die im Ahnenkult einiger Südseekulturen gleichbedeutend mit Götterfiguren sind. Der Begriff kann auf den Marquesas-Inseln direkt nachgewiesen werden, kommt aber als hei-tiki auch bei den Maori in Neuseeland vor, wo er für die figurative Darstellung eines Embryos steht. Hei-tiki werden häufig aus Pounamu (Greenstone, Neuseeland-Jade, Nephrit) geschnitzt und an einer Flachs-Schnur als Amulett um den Hals getragen.

Nach dem 2. Weltkrieg, in dem zahlreiche amerikanische und japanische Soldaten während der Kampfhandlungen in der Südsee mit den dortigen Eingeborenen-Kulturen konfrontiert werden, findet der Begriff Tiki Einlass in den westlichen Kulturkreis, vor allem zunächst an der Westküste der USA, später weltweit. Hier entwickelt er sich im Zuge einer allgemeinen Südsee- und Exotik-Mode zur Bezeichnung für alle Arten von primitiven Götterfiguren, auch für Imitationen, die entweder nur für westliche Touristen angefertigt werden, oder sogar von Künstlerhand im Westen in zum Teil sehr freier Nachahmung von Formen der Südseekunst entstehen. Begünstigt wird die Übernahme von Tikis in die westliche Trivialkultur durch die moderne Kunst, als bereits Ende des 19. Jahrhunderts Künstler wie Pablo Picasso oder Georges Braque die primitive Kunst der Urvölker entdecken und mit dem damals vorherrschenden Impressionismus in der Malerei zum Primitivismus verschmelzen. Weltweit bekannt wird der Begriff 1947 durch den norwegischen Forscher Thor Heyerdahl, der mit einer Flossfahrt von Equador zu den polynesischen Tuamotu-Inseln die Möglichkeit einer Besiedlung der Südsee von Südamerika aus beweisen will. Sein Expeditions-Tagebuch Kon-Tiki wird ein weltweiter Bestseller. Auch in der Musik gibt es als Exotica bezeichnete komplementäre Ansätze von exotischer Bar- und Hintergrundmusik durch Musiker wie Les Baxter, Martin Denny, Arthur Lyman oder Perez Prado.

Tiki-Mode

Die Tiki-Mode, die in die Gestaltung von unzähligen Kunst- und Alltagsgegenständen, z. B. Cocktailbechern, Lampen, Körperschmuck, Skulpturen usw., sowie in die Wohnhaus-, Bar-, Restaurant- und Hotel-Architektur Eingang fand, erreichte ihre Blüte in den späten 50er bis frühen 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, vor allem nachdem Hawaii 1959 zum 50. Bundesstaat der USA wurde. In den 1970ern ebbte die Exotik-Welle ab, in den 1980ern begannen ihre Erzeugnisse im großen Stil aus dem öffentlichen Bild vor allem der USA wieder zu verschwinden. In dieser Zeit wurden die Relikte einer kaum thematisierten Pop-Kultur von einer neuen Generation wiederentdeckt und der Begriff Tiki zur allgemeinen Bezeichnung Südsee-inspirierter Trivialkultur erweitert. Ende der 1990er Jahre kam es weltweit zu einem "Tiki-Revival".

Literatur/Weblinks


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