Karl-Heinz "Schlucki" Rückauf

aus sub-bavaria, dem Internet-Lexikon der bayerischen Subkulturen
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Dem gebürtigen Westfalen Karl-Heinz "Schlucki" Rückauf (ca. 1950 geboren) gelang es irgendwann die Grenzen zum Freistaat Bayern zu überwinden. Zunächst war er im langhaarigen Aggregatszustand als Macher am 1976 eröffneten Hippie-Club-Gasthaus "Stiege" in Trostberg a.d. Alz beteiligt. Als Ende der 70er Punk und New Wave auch in die oberbayerische Provinz eingeschleppt wurde, schnitt "Schlucki" (der Spitzname bezieht sich nicht auf Alkoholismus , sondern die Ähnlichkeit seines Nachnamens mit "Schluckauf") sich die Matte ab und hielt nach einem eigenen Club dafür Ausschau. Nachdem in der Stiege, in dem auch die Karriere der Einheimischen DJ Hell begann, Öko-Hippies und New Waver / Punks noch einige Zeit friedlich nebeneinander existierten, konnte Rückauf zusammen mit Partnern am 28.01.1983 das "Tanzcafe Libella" in einer ehemaligen Landgaststätte im benachbarten oberbayerischen Dorf Kirchweidach eröffnen. Der Club entwickelte sich schnell zum Mekka für Punks, Waver, Mods, Grufties, Skinheads und Psychobillys vom Bayerischen Wald bis nach Österreich. Nebenher studierte Rückauf als Spätberufener in München BWL und schloss das Studium ab, blieb jedoch New-Wave-Gastronom. Ende September 1987 musste das baufällige Gebäude in Kirchweidach wegen Abriss geräumt werden. Rückauf konnte jedoch bereits zwei Monate später das Libella in Altenmarkt / Alz in den größeren Räumen einer früheren Mainstream-Discothek wiedereröffnen. 1992 wurde er von zwei polizeibekannten Traunreuter Schlägern lebensgefährlich verletzt, als er ihnen den Zutritt verwehren wollte, erholte sich aber wieder. In der Folgezeit verkaufte Rückauf das Libella an die Betreiber der Trostberger Stiege, zog nach Düsseldorf und beteiligte sich als Kompagnon an einem Cafe, das auch Freunden der Toten Hosen gehörte. Ende der 90er kehrte Rückauf wieder zurück und übernahm die Geschäftsführung des Clubs Bergwerk, der im selben Gebäude wie das Libella residiert.