FSK: Unterschied zwischen den Versionen

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Münchner Artschool Band. Mitglieder: [[Thomas Meineke]], [[Michaela Melián]], [[Wilfried Petzi]], [[Justin Hoffmann]], [[Carl Oesterhelt]]
 
Münchner Artschool Band. Mitglieder: [[Thomas Meineke]], [[Michaela Melián]], [[Wilfried Petzi]], [[Justin Hoffmann]], [[Carl Oesterhelt]]
  
Michaela Melián: "ich war im ersten semester in der [[Kunstakademie München|Kunstakademie]] im seminar 'kunst und musik', weil ich ja vorher musik studiert hatte, und traf da eben [[Justin Hoffmann]] und er hat mir erstmal so ein [[Mode und Verzweiflung]]-heft zugesteckt. in dem seminar haben wir dann als kunstprojekt von mir und von ihm zusammen sowas cindy-sherman-mäßiges gemacht, indem ich bestimmte frauen nachgestellt habe aus der rockgeschichte, und er hat das fotografiert. irgendwann hat er erzählt, daß er mit einigen aus der zeitschrift eine band machen will, und sie bräuchten noch jemanden, der bass spielen kann, ob ich das nicht machen könnte. ich wohnte in wg, wo eine andere band im keller ihren übungsraum hatte, die war eher assoziiert mit dem netzwerk aus den [[Bayern-Rock]] sachen, [[Schneeball-Vertrieb]], die band hieß [[Tram]] und dann gabs eben [[Sparifankerl]] von [[Carl-Ludwig Reichert]], die hatten da ihren übungsraum, da durfte ich mir von dem einen einen alten bass ausleihen, damit fuhr ich dann zur ersten [[FSK]] probe, die in justins zimmer in der rosshaupterstraße in der wg stattfand.
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Michaela Melián:  
 
 
die hatte noch gar keinen namen. die hatten erstmal [[Thomas Meinecke]] und [[Wilfried Petzi]] zusammen sachen sich ausgedacht. da gab es texte von thomas, von denen er dachte, die könnten band-texte sein, und da war glaub ich in der [[Sound]] so eine anzeige gewesen, irgendjemand sucht texte, ich glaube, eine chanson-sängerin, dann hat er das hingeschickt, wurde nicht genommen, das war der anfang. justin der in einer band spielt, seit er 12 ist, hat dann mich herangeholt, und dann gab es die ersten sitzungen, wo erstmal nur so sachen nachgespielt oder ausprobiert wurden. ich hab überhaupt nichts kapiert, weil ich zu dem zeitpunkt von popmusik keinen blassen schimmer hatte.
 
 
 
daß überhaupt so eine musik entstehen soll, wo man nicht mal sagt, wir wollen genau so sein wie das und das, oder daß man was nachspielt, wie ich das von der klassik kannte, und auch nicht liedermacher-mäßig, das fand ich superspannend. und gerade mit diesem ansatz, daß eben leute wie thomas gar kein instrument spielen konnten, das fand ich ziemlich lustig. er war ja schon der motor in dem ganzen. das war ja ein richtiger mikrokosmos von vielen verschiedenen leuten, die eine bestimmte szene waren, weil [[Wilfried]] kam mehr so aus der fotografie-ecke, also von dieser [[Münchner Fotoschule]], thomas mehr von der uni, wir von der akademie. man traf sich bei bestimmten anlässen, das war einmal münchner [[Theater-Festival]] was alles damals natürlich kleiner und aufregender als heute war, würde ich sagen. für mich war natürlich der wechsel von der klassischen musik hin zur kunstakademie die entscheidung zu einem etwas aufregenderen leben. ich wohnte dann in dieser wg, wo viele bands hatten und älter als ich waren, viele waren mit dem (blatt) assoziiert, bestimmte politische zusammenhänge waren da auch wichtig. ende der [[70er Jahre]] hat sich das so ein bißchen auseinander dividiert. fsk war dann der anfang zu sehen, in welche richtung geht man weiter. generationsmäßig muß man ja sagen, daß wir zu jung für [[68]] waren und eigentlich schon fast zu alt für [[Punk]] das war immer so ein bißchen die schwierigkeit.
 
 
der erste auftritt von fsk war in der wg von mir, in diesem landkommunehaus in oberpfaffenhofen, in dem großen gemeinschaftsraum, es war ein ehemaliges gasthaus, was aus einer hausbesetzung hervorgegangen ist. der nächste war dann, glaube ich, in hamburg in der markthalle, und in münchen waren es dann orte wie immer die [[Kunstakademie München|Kunstakademie]] weil man das einfach organisieren konnte, sonst gab es konzerte, eins hat zum beispiel man [[Karl Bruckmaier]] organisiert, der damals auch ein schallplatten-label hatte namens [[Haschplatten]], sehr schöne platten, in [[Ampermoching]], das war ein club in richtung dachau, wo alle hinfuhren, da gibt es auch einen [[Dokumentarfilm]] über dieses lokal von ihm, für das bayerische fernsehen. die [[Alabamahalle]] gab es dann neu, da haben wir auch einmal gespielt, das war so 81 ein ganz wichtiger auftritt für uns, weil wir zusammen mit [[Wirtschaftswunder]] und [[DAF]] aufgetreten sind, erst wir, dann sie, ich glaube für 300 mark. diese zeit war auch nicht so ganz klar, weil zum beispiel der konzert-veranstalter war [[lipp oder so]], der saß im selben haus wie [[Trikont]], und trikont war damals noch anders als heute, das war die [[Hippie-Fraktion]], die haben schon so vermarktungs-kanäle gehabt, was wir nicht hatten und auch nicht wollten. da gab es so überschneidungen, weil die gerne so neue strömungen genommen haben, um die zu präsentieren, aber man sich selber eigentlich von denen abgegrenzt hat. von der hippie-szene.
 
es gibt einen ganz langen briefwechsel von fsk mit dem [[Blatt]], weil da gab es ein interview mit fsk, etwa 81, und dann haben die uns so dargestellt, wie wir uns nicht dargestellt haben wollten, und dann gab es leserbriefe aus dem kreis von mode und verzweiflung zurück, die dann per 'sie' waren und sehr deutlich, daß man sich davon distanziert. es ging natürlich ganz klar darum, daß wir uns nicht mir denen verbrüdern wollten und uns vor ihren karren spannen lassen wollten. daß wir klar gemacht haben, bei uns geht es um andere ästhetische überlegungen, wir grenzen uns ab von den hippies und den weltverbesserern. der brennpunkt war ja immer: wir sagen 'ja' zur modernen welt, dieses affirmative, im gegensatz zu - wie es damals immer bei fsk hieß - weinerlichen weltverbesserertum. es sollte ganz klar eine kampfansage sein."
 
 
 
  
 
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Version vom 2. August 2005, 14:34 Uhr