's Heisl

aus sub-bavaria, dem Internet-Lexikon der bayerischen Subkulturen
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Waginger Anarcho-Low-Budget-WG in den späten 1980ern und den frühen 1990ern unter der freundlichen Leitung von Tom Bienzle.

Lange vor der Erfindung von TV-Formaten a la "Leben anno dazumal" probten Tom und seine Mitbewohner in dem heruntergekommenen Holzhaus wahl- und wechselweise ein Leben ohne fließend Wasser (geschweige denn Warmwasser), ohne Heizung, ohne Telefon, ohne Essen (von Hans Schönsmaul ist der Versuch überliefert, einen Monat lang nur von einem Sack Kartoffeln zu leben). Nur auf eine gesicherte Stromversorgung legte man Wert, schließlich ernährte man sich hauptsächlich von Verstärkerbrummen.

Musikerkollegen aus der Region waren immer gern gesehene Gäste, besonders wenn sie etwas Warmes zum Essen mitbrachten. Es gab Parties mit ausgiebigen Jam-Sessions der Hausband Cosmic Sandwich und befreundeten Musikern wie Tobias Ott, Walter Schulz und dem Elektronik-Bastler Thomas Kleinschmitt.

Irgendwie sprach sich die Existenz des Heisls bis in die Redaktion des Zündfunk herum, eine wackere Journalistin wurde ausgeschickt.

Der Besuch der Journalistin fiel mit einer der größeren Parties im Heisl zusammen: in Haus und Garten und rund um eine meterhohe, mit Farbe übergossenen Installation aus Waschzubern und anderen Haushaltgeräten tummelten sich dutzendweise die eher schrägeren Vertreter der lokalen Szene. Ein entrüsteter Nachbar versuchte die Party mit einem Warnschuss aus seinem Luftgewehr zu beenden. Mit Grauen denkt Tom an das damit verbundene Auftauchen der Polizei zurück... schließlich war der eine oder die andere der Gäste Drogen nicht ganz abgeneigt. Die Polizei kümmerte sich dann aber lieber um den durchgeknallten Nachbarn.

Von der Journalistin hat Tom nichts mehr gehört, in den Archiven des BR müsste aber noch die Sendung liegen.